Glanzvoller Tanzabend im Da Capo: Emotionen, Comebacks und große Sieger

von Rebecca Unger

Emily Matthies/Mattheo Cesaretti (Foto: Unger)

Am Samstag, dem 11. April 2026, wurde die Eventhalle des Automobilmuseums Da Capo erneut zum Schauplatz eines Abends, wie er in Leipzig nur selten zu erleben ist. Das 24. Internationale Frühlingsturnier des TC Rot-Weiss Leipzig brachte Spitzenpaare des Tanzsports so nah ans Publikum wie kaum eine andere Veranstaltung in Leipzig.
Nur wenige Meter trennten die rund 200 Gäste von den Paaren auf der Fläche. Genau diese besondere Nähe macht den Reiz der Traditionsveranstaltung aus: internationale Klasse, sportliche Höchstleistungen und große Emotionen – unmittelbar erlebbar und in Leipzig nahezu einzigartig.

Neben Spitzenpaaren des Deutschen Tanzsportverbands gingen auch zwei Paare aus Polen an den Start. Der gastgebende TC Rot-Weiss Leipzig war mit drei Paaren vertreten – darunter Emily Matthies und Mattheo Cesaretti, die erst seit Kurzem für den Verein tanzen.

Trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gelang es dem TC Rot-Weiss Leipzig erneut, seine traditionsreiche Veranstaltung auf gewohnt hohem Niveau auszurichten. Die Zahl der Sponsoren und die eingeworbenen finanziellen Mittel erreichten dank des unermüdlichen Einsatzes von Vereinspräsident und Turnierleiter Sven Handschuh erneut Rekordniveau.

Klare Verhältnisse im Standardturnier

Helene Tilgert/Dmytrii Forostianov (Foto: Unger)

Neun Paare gingen in der Standarddisziplin an den Start. Bereits in der ersten Runde deutete sich an, wer an diesem Abend nicht zu schlagen sein würde: Helene Novalee Tilgert und Dmytrii Forostianov vom Grün-Gold-Club Bremen dominierten das Feld souverän und entschieden alle fünf Tänze für sich.
Für einen besonderen Moment aus Leipziger Sicht sorgten Emily Matthies und Mattheo Cesaretti. Das Paar tanzte sich mit ausdrucksstarken Leistungen auf Rang zwei – ein Erfolg, der gleich doppelt gefeiert werden durfte, denn Mattheo Cesaretti beging am Turniertag seinen 26. Geburtstag.

Den dritten Platz belegten Hanna Kalpakidis und Jan Goerling vom TSK Blau-Silber Berlin. Die Vorjahressieger Kamila Szalega und Dawid Debski vom polnischen Dance Club Zielona Góra mussten sich diesmal mit Platz vier zufriedengeben. Spannend wurde es im Kampf um die Plätze fünf und sechs. Luana Giersbeck undCedrik Heinrich aus Maintal lieferten sich mit Mariia Ashizheva und Erik Galajda vom TSC Excelsior Dresden ein enges Duell. Nach einem ausgeglichenen Auftakt setzte sich das sympathische Paar aus Hessen ab dem Tango knapp durch.

Emotionales Comeback im Lateinturnier

Maria Heckel und Kai Axt (Foto: Unger)

Auch das Lateinturnier bot hochklassigen Tanzsport und große Emotionen. Acht Paare gingen an den Start, sechs erreichten das Finale. Früh entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen Maria Heckel und Kai Axt vom Bielefelder TC Metropol sowie Sophie Kondratenko und Maksym Darii vom TSC Rot-Gold Nürnberg.
Bis einschließlich Rumba blieb das Rennen offen: Zwei Bestwertungen gingen jeweils an das Paar aus Nürnberg, drei an die Bielefelder. Für Maria Heckel und Kai Axt wurde dieser Abend jedoch zu weit mehr als nur einem Turniersieg. Nach einer schweren Erkrankung von Kai feierten sie in Leipzig ihr bewegendes tänzerisches Comeback – und belohnten sich direkt mit dem Sieg im Lateinturnier.

 

Berenike Reech/Hermann Seyffahrt (Foto: Unger)

Über Platz drei durfte sich das Leipziger Paar Berenike Reech und Hermann Seyffahrt vom TC Rot-Weiss Leipzig freuen. Mit einer starken Leistung sicherten sich die Lokalmatadoren einen Platz auf dem Podium und wurden vom Publikum besonders gefeiert.

Die weiteren Finalplätze gingen an Isa-Bella Muschter und Moritz Büttner vom TSZ Leipzig auf Rang vier, Mariia Ashizheva und Erik Galajda auf Rang fünf sowie Maren Günzel und Vinzent Gollmann vom Blau-Gold Berlin auf Rang sechs.

Showprogramm begeistert das Publikum

Ensembles Lina (Foto: Unger)

Für weitere Höhepunkte sorgte das traditionelle Showprogramm, das erneut von den Mitgliedern des TC Rot-Weiss Leipzig gestaltet wurde.

Den Auftakt machte eine Premiere: Die beiden zwölfjährigen ukrainischen Tänzerinnen Sofia Barsukova und Yeva Herzhedovych standen erstmals gemeinsam als Duo auf der Fläche. Mit ihrer neu einstudierten Jazz-&-Modern-Choreografie zeigten sie eindrucksvoll, welches Potenzial in ihnen steckt.
Anschließend präsentierten die Kinderpaare Alina Burnusus und Marven Stüber sowie Anna Zinnyk und Maksim Tronin ihr Standardprogramm. Nach der Vorrunde des Standardturniers begeisterte zudem die JMC-Formation „Aquila“ mit ihrem aktuellen Wettkampfprogramm.

Ein fester Bestandteil der Veranstaltung waren erneut die orientalischen Tänzerinnen des „Ensembles Lina“ unter der Leitung von Franziska Fink. Mit zwei eindrucksvoll inszenierten Auftritten unterstrichen sie, warum sie auch 2025 wieder zu den erfolgreichsten Formationen Deutschlands gehörten.

Für die musikalische Begleitung der Gästetanzrunden sorgte erneut das Dresdner Salonorchester unter der Leitung von Thomas Fröhlich.

Erst nach Mitternacht endete der stimmungsvolle Abend. Mit dem Versprechen, auch die 25. Auflage der Internationalen Frühlingsturniere im Jahr 2027 zu organisieren, verabschiedete Sven Handschuh Gäste, Tänzerinnen und Tänzer – und machte zugleich Lust auf eine Fortsetzung.